Kleine Modell-Kunde: Welcher Ski passt zu mir?

30. Juli 2015 - Katharina Teudt

Sind Sie ein Draufgänger und fahren vorzugsweise rote und schwarze Pisten im hohen Tempo? Oder möchten Sie genussvoll abschwingen und sich nicht so sehr beeilen? Vielleicht fangen Sie gerade erst an mit dem schönsten Sport der Welt? Zu jedem Skifahrer passt eine bestimmte Modell-Kategorie.

Das Carving-Profil hat das Skifahren revolutioniert.

Die Skiindustrie hat seit der Erfindung des Rockers für jegliches Skifahrer-Bedürfnis eine eigene Modellreihe entwickelt. Es gibt nicht nur On- und off-Piste-Skier, nein, es sind nuancierte Ausformungen je nach Radius, Kantengriff oder Verhältnis von Pisten- zu Tiefschneefahrten. Vor allem in den Bereichen Race, Allmountain und Freeride sind die Variationen mittlerweile sehr vielfältig. Wir werfen vorerst einen Blick auf die jeweils übergeordneten Typen:

Allround-Carver

Der Allrounder ist ein Standardski, der sich auch für weniger sportliche und Genussfahrer eignet. Dieses Modell erlaubt mit dezentem Rocker und sanfter Taillierung gerutschte und gecarvte Schwünge. Allrounder sind einfach zu drehen, haben ein verhältnismäßig geringes Gewicht und verzeihen Fahrfehler. Ein weiteres Argument für die Beliebtheit dieses Modells ist der Preis, der im Mittel deutlich unter dem der spezifischeren Modelle liegt. Die Mittelbreiten beim Allrounder liegen zwischen 72 und 76 mm, die Skilänge sollte etwa Körpergröße minus 10 bis 20 cm betragen.

Allmountain-Ski

Der Name ist Programm: Allmountain-Ski sind überall zu Hause. Sie können mit griffiger Kante auf relativ harten Pisten, aber durch den stärkeren Rocker und weicheren Kern auch im pulvrigen Tiefschnee gefahren werden. Ihre Mittelbreite ist mit um die 85 mm breiter als die der Allrounder, erlaubt aber dennoch ein geschmeidiges Pistencarven. Die gängigsten Allmountain-Ski sind auf einen Einsatzbereich von 70 Prozent Piste und 30 Prozent Gelände ausgelegt. Es gibt mit den „Performance“- und „Free“-Linien aber auch noch extremere Modelle, die ihre Schwerpunkte jeweils stärker auf On-piste bzw. Off-piste legen.

Eine Rocker-Aufbiegung und sehr flexibles Material sind die Markenzeichen des Allmountain-Skis. © AS-kom – shutterstock.de

Slalom-Carver

Mit diesen bissigen Brettern fahren rasante Pistencracks auf der heißen Kante. Slalom-Carver sind spritzige Ski, die für enge Schwünge mit hoher Frequenz ausgelegt sind. Bei einer Taille von 63 mm schaffen sie einen Radius von 12 bis 13 Metern. Slalom-Modelle sind die einzigen Skier, die teilweise noch ohne Rocker verbaut werden, weswegen sie kürzer gefahren werden können. Die Faustregel für die Länge lautet Körpergröße minus 20 cm.

Race-Carver

Die sportliche Steigerung des Slalom- ist der Riesenslalom-Ski. Diese langen Latten sind wahre Weltcup-Skier und mit noch größerem Radius, härterem Flex und messerscharfem Kantengriff primär für Profis konzipiert. Für sie braucht man nicht nur enorme Kraft in den Beinen, sondern auch viel Platz auf der Piste, denn die dynamischen Schwünge bei hoher Geschwindigkeit erreichen Radien von bis zu 20 m. Die empfohlene Länge entspricht in etwa der Körpergröße.

Auf harter Piste kommt es auf guten Kantengriff an. © IM_photo – shutterstock.de

Lady-Carver

Beinahe alle Skitypen gibt es auch in der Frauenvariante. Die Damenmodelle verfügen über die gleichen Eigenschaften wie die Herrenmodelle, sind aber an die weibliche Statur angepasst, sprich mit teilweise anderen Materialien verbaut und insgesamt leichter. Zudem sitzt die Bindung ein wenig weiter vorne, um auch bei geringerem Gewicht und Körpergröße die Kontrolle über den Ski zu behalten. Bei Damenskiern wird außerdem viel Wert auf Design und Optik gelegt. Die beste Länge für Lady-Modelle ist je nach Gewicht und Fahrkönnen in etwa Körpergröße +/- 5 cm.

Freeride-Carver

Die breitesten Skier sind die Freeride-Modelle. Ihre Mitte kann bis zu 130 mm breit sein, während mit Schaufel und Tail bis zu 50 Prozent vom Ski aufgebogen sind. Durch den starken Rocker und die breite Auflagefläche haben diese Bretter einen wunderbaren Auftrieb im Tiefschnee. Die Taillierung ist gering ausgeprägt, der Ski an sich dafür sehr schwer. Daher sind kräftige Beine und eine gute Fahrtechnik im Gelände unabdingbar. Als Faustregel für die richtige Länge gelten bis 5 cm über Körpergröße, immer in Abhängigkeit des Körpergewichts und Fahrkönnens.

Für den Auftrieb im Tiefschnee braucht man extrabreite Latten.

Tourenski

Tourenski müssen sowohl für steile Anstiege als auch für die anschließende Geländeabfahrt verschiedene Eigenschaften erfüllen. Sie sollten für den Aufstieg relativ leicht sein, weshalb sie aus speziellen Materialien gebaut sind und teilweise minimalistische Bindungssysteme tragen. Da sie trotz ihrer Leichtigkeit bei der Abfahrt im Gelände kontrollierbar bleiben müssen, besitzen sie oft breite Mitten und Rockerkonstruktionen. Je nach Anforderung gibt es Tourer, die speziell für den Aufstieg oder primär für eine sichere Abfahrt konzipiert sind. Entsprechend variiert auch die empfohlene Länge.

Eine Auswahl beliebter Skitouren- und Freeridegebiete finden Sie hier.

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