ISPO 2016: News und Trends 2016/17

27. Januar 2016 - Katharina Teudt

Heute geht die ISPO Munich zu Ende und hinterlässt wieder einen bleibenden Eindruck. Bei der internationalen Leitmesse der Sportbranche füllten vom 24. – 27.01. insgesamt 2.645 Aussteller die 16 riesigen Hallen. Dabei beleuchteten Standpräsentationen, Modeschauen und die prestigeträchtigen ISPO-Awards die Neuheiten auf dem Markt. SnowTrex gibt einen Überblick über die diesjährigen News und Trends.

Die Massen strömen auf die ISPO.© Messe München GmbH

Wie in den letzten Jahren dämpfte wieder einmal ein verspäteter Winter die Euphorie in der Wintersportbranche. Doch mit dem Jahreswechsel kam endlich der Schnee und Ende Januar sind die Alpen größtenteils in ein weißes Winterkleid gehüllt. Das hebt die Stimmung auch auf der ISPO spürbar. Wie jedes Jahr strömten die Fachbesucher an vier Tagen in die Münchner Messehallen, um sich über die neuesten Entwicklungen in der Sportbranche zu informieren und auszutauschen.

Trendthema 1: Nachhaltigkeit

Die Nachhaltigkeit ist ein Evergreen auf dem Outdoor- und Funktionsbekleidungs-Markt und somit auch auf der ISPO. Der Umsatz bei umwelt- und sozialverträglicher Bekleidung stieg seit dem Jahr 2000 jährlich um durchschnittlich fünf Prozent, wie der Internationale Verband der Naturtextilwirtschaft bekannt gab. Faire Produktionsbedingungen in der Textilbranche sind zudem 86 Prozent der Deutschen wichtig, ergab eine Umfrage des Instituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa. Immer mehr Marken achten auf die Verwendung nachhaltiger Materialien, ressourcenschonende Herstellung und faire Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern. Entsprechend boomen die grünen Labels – beispielsweise das deutsche Unternehmen Vaude. Der Outdoor-Hersteller wurde Ende November 2015 für ein Outdoor-Schuhmodell aus ökozertifiziertem Leder mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.

Nachhaltige Outdoorjacke: das Eidfjord-Jacket von Bergans.

Auch Adidas hat in einem gemeinsamen Projekt mit der New Yorker Initiative „Parley for the Oceans“ einen Ökoschuh entwickelt. Er besteht aus recycelten Plastikabfällen aus dem Meer. Bereits berichtet hatte SnowTrex über das Label Picture Organic Clothing, das mehrfach für seine nachhaltige Mode prämiert wurde. Für die kommende Saison haben die Franzosen eine neue Generation des ausgezeichneten Skihelmes Hubber entwickelt, der aus einem Mais-Polymer sowie alten Autocockpits hergestellt wird. Selbst Melasse, ein Nebenprodukt der Zuckerherstellung, findet ihren Weg in die Kleidungsproduktion. Die Öko-Skijacke von morgen wird mit diesem nachwachsenden Rohstoff hergestellt. Das Obermaterial eines Skijacken-Modells von Bergans of Norway soll zu 30 Prozent aus dem pflanzenbasierten Polyester bestehen. Erste Tester gaben ein positives Feedback zur guten Wasser- und Winddichte des Materials.

Trendthema 2: Athleisure

Ein großes Thema auf der ISPO ist auch der Modetrend „Athleisure“. Die Neuheit: Die Mischung aus modischer Fitness- und Freizeitkleidung greift ab kommendem Herbst auch im Wintersportsegment. So setzen einige große Marken wie Bogner, Kjus, Peak Performance, New Balance oder Sportalm verstärkt auf Wintersporttextilien, die zu alltagstauglichen Sportoutfits kombiniert werden können. Das ermöglicht Skifahrern und Snowboardern, mit demselben Look auf der Abfahrt, beim anschließenden Après-Ski oder beim Stadtbummel zu glänzen.

Modenschau für bunte Unterwäsche von KariTraa. © Messe München GmbH

Ebenfalls im Fitness-Sektor angesiedelt und momentan ein großer Renner sind intelligente Fitnessarmbänder, die sogenannten Activity Tracker. Sie sollen im Alltag motivieren, gesünder zu essen und mehr Sport zu treiben. Der amerikanische Sportartikelhersteller Under Armour prescht hier mit einem neuen Fitness-System vor. Das Konzept „HealthBox“ besteht aus drei Teilen: Armband, Herzfrequenzmonitor und Körperfettwaage. Mittels App sollen die vier wichtigen Säulen Schlaf, Fitness, Aktivität und Ernährung kontrolliert und optimiert werden. Mit dem ganzheitlichen Ansatz hofft man offenbar, Armband-Konkurrenten wie FitBit und Jawbone zu überholen.

15 Jahre ISPO Brandnew

Was haben GoPro, Maloja, POC und Naish Kites gemeinsam? Sie alle waren Preisträger des ISPO Brandnew Awards – und sind heute weltweit erfolgreiche Marken. Die Verleihung der prestigeträchtigen Auszeichnung dient seit nunmehr 15 Jahren als Sprungbrett für innovative Startups und kann durchaus als Highlight der Messe bezeichnet werden. Diese Saison wurden aus 400 Bewerbern in acht Kategorien die 50 besten Produkte ausgewählt. Schließlich wurde in jeder Kategorie ein Sieger-Startup gekürt. Darunter sind auch einige interessante Geräte für Wintersportler:

Das „Kicker Tool“ ist eine sehr leichte Schneeschaufel mit enormer Hebelwirkung, mit der sich im Nu ein Kicker aufbauen lässt.

Die extrem robuste Schneeschaufel von DMOS Collective. © ISPO BRANDNEW

Interessant für alle Outdoorer ist der „BioLite CampStove“, eine Art Mini-Ofen. Er verbrennt rauchfrei Holz und sammelt dadurch Energie, um via Kabel ein Smartphone aufzuladen.

BioLite CampStove © ISPO BRANDNEW

Mit dem elektronisch betriebenen „Onewheel“ kann man auf Asphalt das Gefühl des Snowboardens simulieren. Das Board ist in einen Gokart-Reifen montiert und wird durch Gewichtsverlagerung gesteuert. Ein tolles Tool zum Trainieren des Gleichgewichts und als Actionspielzeug für die Stadt.

Onewheel© ISPO BRANDNEW

Darüber hinaus wird alljährlich die Innovation des Jahres gekürt. Diesmal geht der Allover-Winner-Award an das neuartige Virtual-Reality-Fitnessgerät „Icaros“.

Symposium „Winter macht Schule“

Im Winter 2014 riefen der Deutsche Skiverband (DSV), der Deutsche Skilehrerverband (DSLV) und der Snowboard Verband Deutschland (SVD) die Initiative „Dein Winter. Dein Sport“ ins Leben. Gemeinsames Ziel ist es, Projekte zu entwickeln, die wieder mehr Menschen in die Berge und zum Wintersport bringen. Seit dem Start der Initiative vor einem guten Jahr haben sich rund 190 Partner und Unterstützer aus der Wintersport-Branche gefunden – darunter auch SnowTrex! Nun wurde mit der ISPO Munich ein weiterer Premium-Unterstützer hinzugewonnen. Am Messe-Montag wurde das Symposium „Winter macht Schule“ mit Branchenvertretern und prominenten Sportlern abgehalten. Unter anderem diskutierten die ehemalige Weltklasse-Biathletin Uschi Disl, Snowboard-Olympiasiegerin Nicola Thost, Top-Langläufer Tobias Angerer und Doppel-Olympiasieger Markus Wasmeier zum Thema Skisport im Schulunterricht. Vor allem Kinder und Jugendliche sollen in den Schnee gebracht werden, ganz gleich mit welchen Vorkenntnissen. Eine, die sich mit Nachwuchsarbeit bestens auskennt, ist Nicola Thost. Sie steht voll und ganz hinter fundierter Aufbauarbeit: „Unser Ziel muss es sein, nicht nur die Kinder und Jugendlichen zu erreichen, die noch nie auf Ski oder Snowboard gestanden haben, sondern auch diejenigen voranzubringen und zu unterstützen, die bereits ihre Leidenschaft für den Wintersport entdeckt haben. Es ist wichtig, tolle Erlebnisse zu ermöglichen, von denen sich die Kids, aber auch Eltern und Freunde, untereinander berichten und so eine große Resonanz zu schaffen.“ Hierfür gibt es bereits einige Programme der Verbände, die künftig erweitert und besser aufeinander abgestimmt werden sollen. Darüber hinaus ging es aber auch um neue Aufgaben und Lösungen.

Konkrete Lösungsansätze

In einem früheren Treffen hatten die Verbände bereits herausgearbeitet, dass der Zugang zu Skikursen für deutsche Schulkinder erleichtert werden müsse. Mehr Platz im Schullehrplan und finanzielle Mittel seien ein erster wichtiger Schritt. „Wir wollen nicht nur kritisieren, sondern ganz konkret helfen, die Situation zu verbessern“, so Walter Vogel, Marketing-Geschäftsführer vom DSV. Gesagt, getan. Die Verbände stellen im Winter 2016/17 insgesamt 10.000 Euro zur Verfügung, um zehn Schneesport-Projekte an Schulen zu fördern. Teilnehmen können alle schulischen Bildungseinrichtungen in Deutschland. Darüber hinaus soll es eine Informations-Plattform für Lehrer geben, die ab Herbst 2016 alles Wissenswerte rund ums Thema Wintersport bereitstellt.

Symposiumsteilnehmer im Gespräch. Von links: Arndt Kattwinkel, Geschäftsführer Klühspies Reisen, Prof. Hanns-Michael Hölz, Präsident Snowboard Verband Deutschland (SVD), Walter Vogel, Geschäftsführer DSV Marketing, Stefan Nieberle, Ausbilder Deutscher Skilehrerverband (DSLV), Dr. Michael Schineis, President Winter Sports Equipment Amer Sports und Moderator Tobias Barnerssoi (BR).

Es ist eine große Aufgabe, den Wintersport wieder in die deutschen Schulen zu bringen, doch ist der Einstieg einmal geschafft, wird es sich für alle Beteiligten mehr als auszahlen. Markus Wasmeier bringt es auf den Punkt: „Es ist ein mühsamer und langsamer Prozess, aber wir dürfen es nicht unversucht lassen. Wenn man die Kids jetzt für den Wintersport begeistert, werden sie auch in Zukunft dabei bleiben.“

Weitere Infos gibt es auf ispo.com

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