Funsport im Schnee – von Airboard, Skifox & Co.

11. Juni 2015 - Katharina Teudt

Neben Skiern, Snowboard und den klassischen Holzschlitten gibt es noch viele weitere Sportgeräte, um eine Piste hinunterzufahren. Wir stellen einige spaßige Alternativen für eine rasante Abfahrt vor.

Hat der klassische Rodelschlitten ausgedient?

Neben dem Skifahren ist das Rodeln eine der beliebtesten Wintersportaktivitäten. Früher gab man sich mit dem guten alten Holzschlitten für eine oder maximal zwei Personen zufrieden. Gebremst wurde allenfalls mit den Füßen, gesteuert eigentlich gar nicht. Heute ist das Angebot an Fahrgeräten für Piste und Rodelbahn deutlich umfangreicher und technisch ausgefeilter. Das gilt nicht nur aber auch für den Rodelschlitten. Gerade bei diesem Klassiker gibt es mehrere neuartige Varianten, auf denen man sitzend oder auf dem Bauch liegend ein neues Fahrgefühl bekommen soll. Auch Hybrid-Varianten mit Skiern als Kufen sind dabei. Wir stellen einige der Spaßbringer vor:

Pistenbock Eine der neueren Entwicklungen im Bereich Schlitten-Pimp ist der „Pistenbock“ aus dem bayerischen Alzenau. Unter dem Vorsatz „Wir entwickeln den besten Schlitten, den man kaufen kann“ machte es sich das Unternehmen Bock Machining GmbH vor gut drei Jahren zur Aufgabe, das Rodeln zu revolutionieren. Heraus kam ein moderner Schlitten, der das „Rodeln 2.0“ verspricht.

Der Pistenbock besitzt ein schnittiges Design. © PISTENBOCK

Der Lenkschlitten besteht aus lackiertem Holz und robustem Stahl, besitzt eine ausgeklügelte Vorderlenkung, eine Feststellbremse und bietet sogar eine Vorrichtung, um zu Liften. Zu haben ist das Konstrukt in drei Ausführungen: den 1-Sitzer „Solo“, den 2-Sitzer „Duo“ sowie den „Junior“, der mit bis zu 50 kg belastbar ist. 2015 gewann der Pistenbock sogar den begehrten ISPO Award in der Kategorie Outdoor.

Auch Liften ist mit dem Pistenbock möglich. © PISTENBOCK

Skifox Schon etwas länger am Markt und als beliebtes Funsportgerät etabliert ist der Skifox. Er besteht aus einem kurzen Carving-Ski, auf den eine Sitzfläche mit Federung montiert ist. So vereint das Teil die Vorzüge des Rodelns mit denen des Skifahrens. Hinzu kommen spezielle „Gleiter“ mit einer geschuppten Lauffläche, die an die Schuhe geschnallt werden und so eine zusätzliche Stütz- und Lenkfunktion schaffen. Mit dem ergonomisch geformten Sitz, dem dynamischen Stoßdämpfer darunter und den seitlichen Haltegriffen fährt sich der Skifox äußerst bequem. Zur gezielten Lenkung bedarf es allerdings ein wenig Übung (bloß nicht den Oberkörper einsetzen), dafür ist das Gerät neben dem Abfahrtsvergnügen auch als Sitzgelegenheit vor der Hütte oder bei einer kurzen Rast praktisch einsetzbar.

Skifox Classic © Chireuz GmbH

Mit dem Skifox Classic, dem Skifox Easy für Kinder über 1,45 m und dem Skifox Junior für Kinder ab 6 Jahren gibt es für jede Altersklasse das passende Modell.

Captain Avalanche Dieser Hightech-Schlitten kommt aus den USA. Der Name „Captain Avalanche“ (dt. Lawinen-Kapitän) geht allerdings zurück auf eine Legende, die sich in den österreichischen Alpen zutrug. Die Kinder aus den Bergdörfern fuhren dort stets mit dem Rodel zur Schule – so auch der kleine Hans Montafon. Eines Tages ging eine mächtige Lawine ab, die Hansens Schwester zu begraben drohte. Er schnappte sie sich, raste mit ihr auf dem Rodel den Hang hinunter und rettete so seine Schwester vor dem weißen Tod. Der Junge wurde zum Helden und fortan Captain Avalanche genannt. Als Andenken an diese Heldentat – und sicherlich als Unterstreichung der Geschwindigkeit, die solch ein Schlitten erreichen kann – benannte sich die Firma nach ihm. So schnell wie Hans damals die Piste hinunter flitzte, soll nun auch der Highend-Rodel fahren können – und noch schneller. Dazu liegt der Fahrer auf dem Gerät und steuert allein mit seinem Körpergewicht und Krafteinwirkung. Da hohe Geschwindigkeiten erreicht werden, helfen zusätzliche Bremsen (Sled Brakes) an den Füßen beim kontrollierten Stoppen. Den Captain Avalanche gibt es in fünf verschiedenen Farben und zwei verschiedenen Größen, die 6,5 bzw. 11 kg wiegen. Die Länge des vorderen Elements mit den Armstützen ist bei jedem Modell in die Stufen S, M und L einstellbar.

Snowtube Am bekanntesten und in vielen Skigebieten zu finden ist das Snowtubing. Dabei rutschen eine oder mehrere Personen in einem großen, luftgefüllten Gummireifen eine röhrenförmige Bahn (Tube) hinab. Die Position des Fahrers auf dem Reifen kann individuell gewählt werden. Sitzend, liegend, vorwärts oder rückwärts – alles ist möglich. Das macht besonders Kindern Spaß und da die Fahrbahn vorgegeben wird, ist das Snowtubing vor allem bei Familien beliebt.

Airboard Ähnlich wie das Snowtubing ist das Airboarden angelegt: Ein luftgefülltes Kunststoffboard mit Handgriffen, das ein wenig an eine breite Luftmatratze erinnert, dient als Unterlage, die man mit dem Körpergewicht steuert. Anders als beim Snowtubing liegt man beim Airboarden bäuchlings auf und fährt nicht in einer Tube, sondern auf freier Piste. Zudem wirkt durch das „Kopfüber“-Fahren bewirkt die hohe Geschwindigkeit beim Airboard, aber auch beim Captain Avalanche, einen besonderen Thrill. Wer mit viel Schwung über eine Bodenwelle oder eine kleine Schanze fährt, kann auch mal ein paar Meter weit fliegen. Das Airboarden ist nichts für vorsichtige Rodler.

Airboarden ist eine rasante Angelegenheit. © Airboard – Bernhard van Dierendonck

Snowbike Wer es lieber etwas bequemer hat, sollte es mit dem Snowbike versuchen. Das Gerät, mancherorts auch Skibob oder Snowcycle genannt, ähnelt einem Fahrrad, nur dass anstatt der Räder zwei Skier auf der Piste aufliegen. Sie sind hintereinander angeordnet und mit einem kleinen Rahmen verbunden, zu dem ein Sitz und Lenker gehören. Auf diesem „Schneefahrrad“ sitzt man aufrecht und kann mit dem Lenker die Fahrtrichtung gezielt kontrollieren. Zur Stabilisierung trägt der Fahrer außerdem kurze Fuß-Skier, die den Bremsschwung unterstützen. Richtige Bremsen gibt es nämlich keine, nur ein ordentlicher Seitenschwung bringt das Bike zum Stehen. Das will geübt sein, daher empfiehlt sich für Einsteiger ein Fahrkurs oder zumindest ein Vormittag auf dem Übungshang, um das richtige Fahrgefühl zu bekommen. Hat man es einmal raus, macht das Snowbiken aber richtig Spaß. Das Snowbike ist eines der aufregendsten, aber auch kostspieligsten Funsportgeräte. Ein Einsteiger-Modell kostet bereits um die 1.000 €, eine Auftragsarbeit nach Maß kann mit bis zu 5.000 € zu Buche schlagen.

Auf dem Snowbike sitzt man aufrecht. © Brenter Snowbike

Safety first So sicher die Schneegefährte auch konstruiert sind, bei allen Varianten empfehlen wir dringend das Tragen eines Helms! Erst recht bei den Geräten, auf denen man bäuchlings und mit dem Kopf vorne weg fährt, wie dem Airboard oder dem Captain Avalanche, ist ein Kopfschutz obligatorisch. Außerdem gelten auch für die Funsportler die FIS-Pistenregeln. Wer diese Sicherheitsaspekte beachtet, wird maximalen Spaß haben. Doch wo kann man nun die tollen Teile ausprobieren? In den meisten Skigebieten gibt es Skiverleihe, die eines oder mehrere Fun-Geräte auf Lager haben. Darüber hinaus gibt es gut bestückte Funsportzentren wie das New Technology Center (NTC), das diverse der Spaßgefährte zum Ausprobieren anbietet. Es gibt NTC etwa in Oberstdorf und am Nassfeld, darüber hinaus finden sich spezielle Leihstationen und Kurse für Funsportler aber auch in vielen anderen Ski-Regionen, zum Beispiel in der Silvretta-Montafon oder Serfaus-Fiss-Ladis.

SnowTrex wünscht viel Spaß beim Boarden, Foxen und Schlittern!

Print Friendly and PDF
Skigebiet Obertauern

Familienskigebiet, Neuschnee-Paradies, Nachtski-Areal, Après-Ski-Himmel – das ...

Campitello, Pozza, Vigo – Skigebiete Val di Fassa-Carezza

Die Skiregion Val di Fassa-Carezza im Trentino bildet eines der größten Pistenareale ...