10 Top-Ski für Allrounder – Ski-Highlights 2015/16

20. Oktober 2015 - Katharina Teudt

Für Einsteiger, Genussfahrer und all diejenigen, die sich nicht mit schweren Spezialkategorien abmühen und dennoch spritzig fahren möchten, bieten sich Allround-Modelle an. Denn auch die haben es technisch in sich.

Mit den rassigen Race-Ski von Atomic wird die Eispiste zur Spielwiese.© Mickey Ross

Morgens die pickelharte Piste kratzen, mittags genüsslich auf weicher Piste carven und nachmittags entspannt die zerfahrene Sulz-Piste abfahren – Allrounder müssen vielen Pistenbedingungen trotzen. Nicht zuletzt aufgrund ihrer Vielseitigkeit sind sie beliebte Einsteiger-Skier. Mit ihnen kann man nichts falsch machen, sie fahren praktisch von allein um die Kurve und verzeihen großzügig Fahrfehler. Doch Allrounder sind keineswegs nur für Einsteiger gedacht. Selbst die einfachsten Modelle sind heute oft mit Weltcup-Technologie und diversen Speed-Elementen ausgestattet. So kann auch der noch so gemütliche Gelegenheitsfahrer in schnellerem Tempo auf sicherer Kante abfahren.

Sportliches Carven ist mit Elan-Ski kein Problem. © Elan Ski – Klemen Razinger

Ein gutes Beispiel für einen solchen sportlichen Allrounder liefert der letzte in Deutschland produzierende Hersteller Völkl. Aus dem Werk in Straubing kommt für den Winter 2015/16 ganz neu die Efficiency-Linie. Wie es der Name bereits vermuten lässt, zeichnen sich die drei Modelle dieser Sonderedition durch ihre Fahr-Effizienz aus. Jeweils ein Top-Modell der Serien Racetiger, Code und RTM wurde zu einem sportlichen, drehfreudigen Allrounder mit weichem Flex und geschmeidigem Fahrverhalten aufgewertet. Der Racetiger SC UVO E ist hier der Parade-Ski, der sich dank optimiertem Flex, des Schwingungsdämpfers UVO sowie dem gewichtsreduzierten Holzkern mit deutlich weniger Kraftaufwand ebenso dynamisch fahren lässt wie der klassische Racetiger. Der Efficient-Racetiger eignet sich somit wunderbar für Wiedereinsteiger oder Gelegenheitsfahrer jeden Alters, die nach längerer Pause mal wieder sportlich und doch kraftsparend abfahren wollen.

Völkl Racetiger SC UVO E
Head i.Supershape Magnum

Ebenfalls mit weniger Kraft fahren sich die neuen Allrounder von Head. Die Marke kommt aus dem Rennsport und verarbeitet in ihre Skier meist hochwertige Weltcup-Technologie. Entsprechend sportlich sind auch die Pistenmodelle wie das Highlight i.Supershape Magnum, das besonders sehr guten Skifahrern viel Fahrspaß bringen wird. Der Hersteller betitelt diesen Ski aus der Supershape-Serie auch als „Speedmaschine“, was normale Pistenfahrer aber nicht abschrecken soll. Bei aller Sportlichkeit ist der Ski trotzdem recht einfach zu handhaben und gut kontrollierbar. Das bedingt vor allem das KERS-System (Kinetic Engergy Recovery), das als kleiner Chip im Skikern sitzt. Der erzeugt durch Elektroimpulse, die auf das Material wirken, einen besseren Kantengriff und erhöht die Schnelligkeit bei der Schwungausleitung. Dazu kommen die Dreifach-Technologie ERA 3.0 S, ein UHM-C-Belag mit Race-Strukturschliff, die Worldcup-Sandwich-Cap-Konstruktion und ein Speed Rocker. Das Resultat sind guter Kantengriff in der Kurve trotz Rocker, ein schöner Auftrieb im Schnee und wenig Flattern in der Skispitze. Kurz: Viel Technik für volle Kontrolle über das Gaspedal.

Head liefert wie gewohnt sportliche Performance-Ski für die Piste. © HEA – Alex Kaiser

Fischer konzipiert seit jeher Skier für den Rennsport und so ist auch das Highlight-Modell Progressor F19 TI ein dynamischer Ski für den sportlichen Allrounder. Ein besonderes Merkmal ist die neue Leichtigkeit des Modells. Dank abgeflachter Seitenwangen und dem Air Tec Ti-Holzkern ist der Ski um 25 Prozent leichter, wobei er durch eine spezielle, versetzte Fräsung seine stabilen und spritzigen Fahreigenschaften behält. Der Progressor lässt sich dynamisch durch kurze und längere Schwünge fahren und hat dank On-Piste-Rocker eine 5 cm kürzere Kontaktfläche. Er schwingt praktisch fast von alleine in die Kurve.

Fischer Progressor F19 Ti

Die österreichische Marke Atomic bietet jeweils eigene Modelle für Männer und Frauen an. Wohl temperiert könnte man das Allround-Modell für die Herren nennen: Der Nomad Temper TI ist ein reiner Pistenski, der auf hartem, präparierten Untergrund wunderbar klarkommt, aber auch Ausflüge in den weichen Schnee möglich macht. Neben dem bewährten Power Woodcore und den Titan-Einlagen ober- und unterhalb des Kerns besitzt das Modell als zusätzliches Konstruktions-Highlight das Carbon Tank Mesh. Dies ist eine Lage aus extrem stabilem Gewebe, das den Ski zugleich leichter und steifer macht. Das kommt unter anderem der Laufruhe und Fahrkontrolle zugute. Mit dem Allmountain-Rocker unter der Schaufel wird der Ski außerdem noch wendiger.

Atomic Nomad Temper TI

Der Atomic-Allrounder für die Damen heißt Cloud Eleven XT. Anstatt auf Wolke Sieben fährt frau noch ein paar Etagen höher, denn das Modell besitzt einen Race-Rocker und bietet mit diverser Renntechnologie hohe Stabilität und Fahrperformance. Das XT steht für „Cross Turn“, der es ermöglicht, sowohl große als auch sehr kleine Radien ganz easy zu fahren. Allround at its best.

Atomic Cloud Eleven XT

Im Gegensatz zu Atomic bauen die Schweizer von Stöckli ihre Produkte als Unisex-Modelle. So ist der Allround-Ski Scale Alpha für Männer und Frauen gleichermaßen gut geeignet. Sein großer Vorteil ist seine Leichtigkeit. Gebaut ist er für das gemütliche Cruisen auf der Piste bei kurzen bis mittleren Radien, aber auch kurze Abstecher in den Tiefschnee machen mit diesem Ski Spaß.

Stöckli Scale Alpha

Die italienische Marke Nordica nennt ihren Allround-Ski nichts Geringeres als ein „SUV für die Piste“. Mit dem Fire Arrow kann beinahe jeder Skifahrer entspannte Kurven auf harter und weicher Piste drehen. Der Modellname (dt. Feuerpfeil) impliziert jedoch auch eine gewisse Sportperformance. Fährt man ihn nun in einem schnellen Race-Stil, packt er tatsächlich seine sportlichen Eigenschaften aus. Laufruhe, Stabilität und präzises Handling im Schwung sind dann seine Stärken. Dahinter stecken ein Vollholzkern und zwei Titanal-Lagen bei einer Mittelbreite von 80 mm. Da es aber um einen Allrounder geht, der auch bei langsamerem Tempo und weicherer Piste klarkommen muss, hat auch der Fire Arrow einen leichten Rocker vorne und ein „moderate race profile“, das die Geometrie eines Slalomskis (vorne) mit denen eines Riesenslalomskis (Mitte und hinten) kombiniert. Schwungeinleitung, Kantenwechsel und Radien von beinahe jedem Umfang sind damit spielerisch zu fahren. Klingt nach Genuss, ist es auch.

Nordica Fire Arrow 80 TI EVO

Elan sieht im Allroundbereich vor allem seine Damenski weit vorne. Die superleichten Frauen-Modelle sorgen schon seit mehreren Saisons für Furore, da sie weniger als eine gefüllte Damenhandtasche wiegen. Die Slowenen sind bekannt für ihren Innovationstrieb und lassen auch bei solch einem Leichtmodell nicht lange auf ein technisches Update warten. Der neue Delight QT ist mit 1 kg pro Ski noch leichter als die durchschnittliche Handtasche. Die Wave-Light-Konstruktion, also die gewellte Struktur auf dem vorderen Teil des Skis, macht ihn weicher und handlicher, dabei aber nicht weniger stabil. Dieser Pistencarver mit federleichtem Trulite-Holzkern ist für zierliche Frauen und Einsteiger ideal.

Elan Delight QT
Die Ladies fliegen mit dem richtigen Ski geradezu in die Kurve – wie hier mit dem Cloud Eleven.© ATOMIC

Einige Hersteller haben sich aufgrund ihrer Markenphilosophie und vorherrschenden Technologien auf die Allmountain- und Freeride-Kategorien spezialisiert. So bieten etwa Salomon und Blizzard primär Skier mit breiteren Mitten und ausgefeilten Rockern für den verstärkten Einsatz im Gelände. Ebenfalls aus der lässigen „Rockerschule“ stammen die Ski-Modelle von K2. Die Amerikaner haben aber auch einen weichen Allround-Ski im Angebot: der A.M.P. Charger ist schon einige Saisons im Handel, doch auch in der aktuellen Kollektion ein beliebtes Pistenmodell für mittelgute bis gute Fahrer. Er besitzt mit „Speed ROX“ auch jede Menge hochklassiger Technologie: eine stabile Metall-Laminat-Konstruktion, ein sehr leichter Kern aus Espe und Paulownia-Holz plus Hybritech-Seitenwangen. Das Resultat ist ein drehfreudiger Ski, der kinderleichte, schnelle Kantenwechsel ermöglicht.

Der Progressor von Fischer lässt den Schnee stäuben.© Fischer Sports GmbH

Bei aller Backcountry-Expertise kann natürlich auch Salomon Piste: Paradebeispiel ist der X-Max, ein klassischer, sehr leicht zu fahrender Carver, der mit durchgehendem Holzkern, Carboneinlagen und starken Seitenwangen auch technisch gut aufgestellt ist. Sein Clou ist die ausgedünnte Schaufelspitze, die deutlich an Gewicht spart sowie ein weicher Flex, der die Handhabung vereinfacht. Dieser Ski spart enorm Kraft beim Fahren und ist für Genussfahrer gemacht, die nicht übermäßig schnell und sportlich, aber dafür umso länger fahren möchten.

Beim französischen Hersteller Rossignol gilt seit langem die Pursuit-Linie als Vorzeige-Serie für starke Pisten-Ski. Der neueste Streich nennt sich Pursuit 800 TI TPX und ist eher für gute Fahrer geeignet. Weniger Material an der Schaufelspitze verringert das Schwunggewicht, was beim Carven Kraft spart. Der Power-Turn-Rocker in Kombination mit einer schmalen Mittelbreite von 71 mm sorgt außerdem für eine schnelle und kontrollierte Schwungeinleitung. Durch den soften Torsionsflex (flexible Längsachsenverwindung) passt er sich unterschiedlichem Untergrund leichter an, wobei er seine griffigen Kanten behält. Dadurch lässt er sich nicht nur auf Hartschnee sicher lenken. Die entsprechende Damen-Serie nennt sich Unique, die mit einem Luftkern im Ski besonders viel Gewicht einspart und mit VAS-Leinenfasern dazu noch umweltbewusst produziert wurde.

Weitere Ski-Kategorien: Allmountain Freeride

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