Skiatlas La Plagne
Seit 2004 die Gebiete von La Plagne und Les Arcs durch den Vanoise Express verbunden wurden, ist mit Paradiski eines der größten und abwechslungsreichsten zusammenhängenden Pistenreviere weltweit entstanden. Weite Berghänge in Les Arcs eröffnen ein weitläufiges Pistenrevier, La Plagne trumpft mit perfekt angelegten Pisten, Gletscherflächen und herrlichen Tiefschneehängen auf.
Zwischen 1965 und 1975 kam es in der gesamten Region zu einer umfangreichen touristischen Erschließung. Hochfunktionale Wohnanlagen mit bis zu zehn Stockwerken, miteinander verbunden durch Lifte und Straßen, waren damals das architektonische Leitbild für den französischen Wintertourismus. Dazu kam eine hohe Dichte an Restaurants, Bars, Discotheken, Kinos, Fitnesscenter und Shopping-Passagen. Der Vorteil dieses Konzeptes: Die Pisten beginnen unmittelbar vor der Haustür, man logiert buchstäblich mitten im Skigebiet. Vor einigen Jahren begann man dann, die Unterkünfte in den bestehenden Stationen komplett zu restaurieren, Sichtbetonfassaden mit Holz und Naturstein zu verkleiden und neue Hotel- und Appartementanlagen dem Chaletstil savoyardischer Dörfer anzupassen. In Les Arcs wurden neue Skistationen wie Arc 1950, Plan Peisey und Vallandry charmant in die Landschaft eingebunden. Alte Dörfer wie Villaroger wurden renoviert. Im Skigebiet entstanden gemütliche Restaurants und Hotels. Durch die damals modernste Seilbahn der Welt, den zweigeschossigen Vanoise Express, gelang es 2004, Les Arcs von Vallandry aus mit der Nachbarstation Montchavin/La Plagne auf der anderen Seite des Ponturin-Tals zu verbinden. Das dadurch entstandene Paradiski-Skigebiet gilt mit 140 Liftanlagen und über 400 Pistenkilometern als eines der größten der Welt. La Plagne, 'die Alm' zwischen dem Isère-Tal und dem über 3400 m hohen Dôme de Bellecôte, gehört zur ersten Generation der savoyischen Retortenstationen, die seit Anfang der Sechzigerjahre entstanden sind. Auch hier orientiert man sich mittlerweile weg von den ungemütlichen Retortenorten und schuf in Belle Plagne und Plagne Centre zahlreiche gemütliche Appartementsiedlungen. Ebenso attraktiv sind die ans Skigebiet angeschlossenen kleinen Dörfer Champagny, Montalbert und Montchavin mit den überschaubaren Ortszentren und schönen Ferienhäusern. Eine spürbare qualitative Aufwertung der touristischen Infrastruktur mit Verbindungsbahnen zwischen den Stationen sowie einer Bob- und Rodelbahn erlebte La Plagne durch die Olympischen Winterspiele von Albertville im Jahr 1992.
Pisten
Das Pistengebiet von Les Arcs ist ungewöhnlich vielseitig, es reicht vom leichten Gelände unter der Aiguille Grive (2732 m) über anspruchsvolle Buckelhänge an der L'Arpette (2413 m) bis zu langen, nicht enden wollenden Pistenautobahnen wie der nahezu 10 km langen Abfahrt vom Gipfel der 3226 m hohen Aiguille Rouge hinunter ins kleine Dorf Villaroger-Le Pré (1200 m). Berühmt ist die Freeride-Szene von Les Arcs - zum Beispiel zwischen den Felsen und steilen Rinnen der großen, schattigen Pulverschneehänge am Grand Col. Die Bergflanken unterhalb des Col du Grand Renard eignen sich an trüben Tagen mit Schneetreiben vorzüglich für herrliche Waldabfahrten. In La Plagne ziehen sich die Pisten von 1250 bis 3250 m hinauf, alle wichtigen Abfahrten von den vier Hauptgipfeln Roche de Mio, La Grande Rochette, Les Verdons und Le Biolley enden im weiten Halbrund der Talschüssel von La Plagne. Interessant wird es, wenn man über den 'Schüsselrand' hinaus in die andere Richtung abfährt: nach Montchavin beispielsweise, nach Champagny, Montalbert oder nach Peisey-Nancroix. Zu den mit 1450 Höhenmeter attraktivsten Pisten zählt die vom Roche de Mio auf den Pisten Le Clapet, Les Crozats und Les Bauches nach Montchavin. Eine weitere Superabfahrt von Le Biolley in Richtung Montalbert ist die Emile Allais, benannt nach dem dreifachen Skiweltmeister von 1937. Oberhalb vom Roche de Mio, der mit einer Seilbahn leicht zu erreichen und mit den Sommerskigebieten auf den Gletschern Bellecôte und La Chiaupe durch eine weitere Bahn verbunden ist, wird das Gelände deutlich schwieriger. Glanzpunkte sind die anspruchsvollen Pisten über die großzügigen Nordwesthänge zur Sesselbahn Chalet de Bellecôte, die einen wieder zurück ins Skikarussell bringt. Wie im Nachbargebiet beeindrucken zahlreiche Tiefschneevarianten. Zu den gigantischsten zählt die Face Nord auf der gewaltigen Nordflanke der Bellecôte; sie beginnt in 3250 m Höhe und endet nach vielen grandiosen Tiefschneehängen rund 2000 Höhenmeter tiefer im Ponturin-Tal. Hier finden sich die Cracks wieder, denn die Face Nord ist beileibe kein Kinderspiel und sollte immer in Begleitung eines ortskundigen Führers in Angriff genommen werden. Anschluss ans Skigebiet erlangt man wieder über Plan Peisey und Les Arcs.
Loipen
Rundkurse gibt es praktisch in jeder Ortschaft von La Plagne. Sportlich interessant und landschaftlich reizvoll sind die Loipen in Champagny-le-Haut, einem von Felswänden gesäumten Hochtal, mit Blick auf die mächtige Grand Casse im Vanoise-Nationalpark. Das Hochtal kann man per Bus oder mit dem Auto von Champagny aus erreichen. In Les Arcs sind die Loipen recht kurz. Nordische Sportler sind rund um Peisy Nancroix und Plan Peisey besser aufgehoben.
Après Ski und mehr
Le Village Arc 1950 soll mit insgesamt 3500 Betten den neuen Stil von Les Arcs dokumentieren. In der von einem Zirbelkiefernwald umwachsenen Siedlung erinnert nichts mehr an die einst von Hochhäusern dominierte Station. Mit einem 60 m hohen Wasserfall, Einkaufsstraße und vierstöckigen Luxusresidenzen ist ein gemütlicher Urlaubsort gewachsen. La Plagne ist der Ort für Genießer mit internationalem Anspruch. Pizza oder Raclette, Guinness oder Rotwein für alle Geschmäcker ist in den verschiedenen Zentren der Station gesorgt. Nüchterne Moderne zum Après-Ski und uriger Charme in der Berghütte beim traditionellen Raclette findet man vereint am Fuße des Sessellifts 1800 in der Station Plagne 1800. Einen Platz auf der Sonnenseite zu finden, ist ein Leichtes. An der Südabfahrt „Des Bosses“ und „Hara-Kiri“ Richtung Champagny genießt man etwas abseits vom Trubel der Hauptabfahrten auf der Terrasse des Berggasthofs feine savoyardische Tartiflette und Reblochon.
Quelle: www.adac-skiguide.de